FAQ

Was ist Euer Weltbild?

Unsere Selbstdefinition versteht sich als work in progress und besteht momentan aus diesen Punkten:

  1. Konstruktivismus – Bewußtsein ist keine Folgeerscheinung der Materie, sondern deren Grundlage. Das materialistisch-mechanistische Weltbild als primäres Erklärungsmodell hat ausgedient.
  2. Pragmatismus – Wir bevorzugen beobachtbare magische Resultate und persönliche Gnosis gegenüber vagen Behauptungen mystischer Einsicht. Unser Fokus liegt auf dem praktischen Erforschen vielfältiger Aspekte der Realität.
  3. Paradigmen – Unsere Glaubenssätze prägen unser Erleben der Realität. Daher kann das Wechseln von Weltbildern als magische Technik genutzt werden.
  4. Antinomismus – Wir hegen grundsätzliches Mißtrauen gegenüber religiösen, politischen und wissenschaftlichen Autoritäten und haben Freude am Hinterfragen von (insbesondere spirituellen) Regeln und Tabus.
  5. Pluralismus – Wir bejahen die Vielfalt des Lebens, individuellen kreativen Selbstausdruck und den interkulturellen Dialog.
  6. Zeit – Time is a wibbly-wobbly timey-wimey thingy.
  7. Popkultur – Wir erkennen an, daß qualitativ hochwertige fiktionale Werke manchmal gleich gute oder bessere interpretative Modelle liefern als wissenschaftliche oder magische. Künstler liefern häufiger ein stimmigeres Narrativ als Wissenschaftler oder Zauberer.
  8. Bildung – Wir erachten ein lebenslanges Studium der Geistesgeschichte, des Paranormalen und sowohl historischer Ereignisse als auch globaler Trends als elementar für die Entfaltung des persönlichen magischen Handlungsspielraums: Auf ein größeres Spektrum zurückgreifen zu können, ist prinzipiell besser, als nur eingeschränkte Wahlmöglichkeiten zur Verfügung zu haben.
  9. Geld – Geld zu haben ist generell besser als kein Geld zu haben; aus diesem Grund erachten wir die Beschäftigung mit ökonomischen Konzepten als sinnvoll.
  10. Genuß – Spiritualität ist nicht die Flucht aus der Materie in den Geist, sondern beinhaltet auch das bewußte Spiel des Geistes in der Materie. Wir bekennen uns zu Körperlichkeit, Sinnesfreude, Sexualität und Humor.

Aha, Ihr seid also Magier – was bedeutet denn das?

Magie beschäftigt sich mit der Wechselwirkung des Imaginären und der Wirklichkeit. Wir gehen davon aus, daß Realität eine Folgeerscheinung unseres Bewußtseins ist. Indem wir unseren Bewußtseinszustand gezielt verändern, erleben wir also auch eine neue Realität. Dazu benutzen wir verschiedene magische Methoden: Rituale, Initiationen, Meditations- und Visualisationspraktiken, schamanische und psychologische Techniken und so weiter. Insbesondere interessieren uns Geschichten als Mittel der Realitätsgestaltung – es ist eine unserer bevorzugten Brillen, durch die wir das Universum betrachten und unsere Aufmerksamkeit fokussieren, um Transformation in den inneren und äußeren Welten herbeizuführen.

Naturgemäß finden wir deshalb alles Mögliche spannend, das sich hinter dem Tellerrand des Alltagsbewußtseins befindet, das noch im Verborgenen (lat. occultus) ist, im Zwielicht der menschlichen Erfahrung: ungewöhnliche Bewußtseinszustände, außersinnliche Wahrnehmung, das Paranormale, Kryptozoologie, Kontakt mit nichtkörperlichen Entitäten, ganzheitliche Therapiemethoden, alternative Gesellschaftsformen, Schamanismus, Folklore, Entheogene, Mythologie, Weird Fiction und der ganze Kram. Mit dem spielen wir dann in der Zwischenwelt – jenem Bereich, in dem sich unsere Konsensrealität mit anderen Wirklichkeiten überschneidet.

Warum ist speziell die Phantastik so relevant für Euch?

Im weiten Genre der Phantastik findet Magie insofern einen authentischen kreativen Ausdruck, als daß sie unsere Wahrnehmung des Übernatürlichen beeinflußt und gleichzeitig wieder auf ihre Schöpfer zurückwirkt (vgl. dazu die hervorragenden Bücher des Religionswissenschaftlers Jeffrey Kripal: Authors of the Impossible, Mutants and Mystics und The Super Natural). Science Fiction, Comics, Fernsehserien, Computerspiele … sie inspirieren uns dazu, Dinge neu zu denken. Der Wert der Fiktion liegt auch darin, neue Ideen und Zustände erforschen zu können. Die Popkultur im Allgemeinen und speziell die Literatur der Phantastik formen das Kollektivbewußtsein auf nicht zu unterschätzende Weise mit; es ist also ein Spielfeld, das sich uns geradezu anbietet, um eine wahrhaft lebenswerte Welt mitzugestalten.

In unserem Phantastikmagazin VISIONARIUM sind wir der Verschränkung von Fiktion, Magie und Realität schon einige Jahre lang nachgegangen; mit Reicher & Stark wollen wir noch intensiver in dieses Feld eintauchen.

Warum habt Ihr Reicher & Stark ins Leben gerufen, was wollt Ihr vermitteln?

YouTube erscheint uns als zeitgemäßer Zugang, Magie aus der etwas anrüchigen und geheimniskrämerischen Ecke zu holen, in der sie sich lange befunden hat und statt dessen ganz offen und selbstverständlich über den Umgang mit ihr zu sprechen. Deshalb legen wir den Fokus auf unsere persönlichen Erfahrungen und freuen uns auch explizit über die Geschichten und Fragen unserer Zuschauer: Wir ermutigen zu einem interdisziplinären und allgemeinverständlichen Austausch! Wir wollen aufzeigen, wie häufig paranormale Erlebnisse sind und Vokabular und Bezugssysteme für diese Phänomene vermitteln. Denn die Welt ist magisch: Das Übernatürliche ist nicht getrennt von der natürlichen Welt, es wird durch die Welt erlebt.

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